SCHWANGERSCHAFT-Wann ist es gefährlich2019-09-03T14:59:11+01:00

Ist Herpes in der Schwangerschaft gefährlich?

Für die werdende Mutter ist Herpes während der Schwangerschaft in der Regel ungefährlich. Für das Ungeborene oder Neugeborene kann Herpes in der Schwangerschaft jedoch schwere Komplikationen mit sich bringen und lebensgefährlich werden. Hier erfahren Sie, wie Sie das Risiko minimieren und wann Sie sich an einen Arzt wenden sollten.

Genitalherpes und Lippenherpes: Schwangerschaft beeinträchtigt?

Wer von „Herpes“ spricht, meint meist eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV Typ 1), dem Auslöser von Lippenherpes. In der Schwangerschaft ist ein Ausbruch von Lippenherpes in der Regel unbedenklich: Viele Frauen tragen den Virus bereits vor der Schwangerschaft in sich: Bei den Allermeisten geschieht die Erstinfektion mit dem HSV Typ 1 bereits im Kindesalter über direkten Körperkontakt oder seltener durch Tröpfcheninfektion. Somit verfügt der Körper im Erwachsenenalter bereits über Antikörper. Diese Antikörper bekämpfen einen erneuten Ausbruch (Reaktivierung) der Infektion, sodass diese mild verläuft. Außerdem werden die Antikörper auf das Ungeborene übertragen, das daher schon eine gewisse Abwehr gegen das Virus aufbauen kann.

Das Herpes-simplex-Virus Typ 2 ist der typische Auslöser für Genitalherpes. Die Ansteckung mit Genitalherpes erfolgt meist erst im Erwachsenenalter aufgrund ungeschützten Geschlechtsverkehrs. Auch beim HSV Typ 2 ist ein Ausbruch während der Schwangerschaft nicht per se gefährlich. Besteht jedoch eine akute Infektion zum Zeitpunkt der Geburt, ist das Risiko hoch, dass das Baby infiziert wird.

Übrigens: Auch wenn das HSV Typ 1 meist Lippenherpes und das HSV Typ 2 meist Genitalherpes auslöst, muss das nicht der Fall sein. Für das Übertragungsrisiko ist nicht entscheidend, welches Virus dahintersteckt, sondern an welcher Körperstelle die Infektion ausbricht.

Herpes: Schwangerschaft und Übertragungsrisiko

Ungeborene Babys können mit Herpes Simplex in der Schwangerschaft auf zwei verschiedene Wege infiziert werden: über den Mutterkuchen (transplazentär) oder während des Geburtsvorgangs (intrapartal) durch eine Kontaktinfektion. Die sogenannte transplazentäre Infektion tritt allerdings nur sehr selten auf, nämlich, wenn das Virus bereits im Blutkreislauf der Mutter verbreitet ist. Im Falle einer Infektion mit dem Herpes-Virus in der Schwangerschaft können Komplikationen auftreten, die Missbildungen des Babys oder sogar eine Fehlgeburt zur Folge haben.

Die zweite und bei Weitem wahrscheinlichste Möglichkeit der Ansteckung tritt während des Geburtsvorgangs auf. Besteht bei der Mutter eine Infektion mit Genitalherpes, kann das Baby nach dem Blasensprung in direkten Kontakt mit dem Virus kommen und dadurch infiziert werden.

Auch nach der Geburt besteht als dritte Möglichkeit der Übertragung noch eine gewisse Ansteckungsgefahr, insbesondere wenn bei der Mutter (oder anderen Erwachsenen im Kontakt mit dem Neugeborenen) eine akute Infektion mit Lippenherpes vorliegt.

In jedem Fall bedeutet eine Infektion für das Baby eine große Gefahr. Daher sollte bei ersten Anzeichen einer Herpes-Infektion des Neugeborenen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Herpes-Symptome bei Neugeborenen

Für Neugeborene kann eine Ansteckung mit Herpes lebensbedrohlich sein. Da das Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist, können sich die Viren über den gesamten Körper ausbreiten, die Schleimhäute, Organe und sogar das Gehirn befallen. Daher ist es sehr wichtig, dass Anzeichen für Herpes bei Säuglingen sofort erkannt werden.

Zu den typischen Symptomen, die meist einige Tage nach der Ansteckung auftreten, gehören:

  • Schlappheit, Erschöpfung
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • fahle Haut
  • Bläschenbildung
  • Fieber
  • Erbrechen

Lesen Sie hier mehr über Herpes bei Babys.

Lippenherpes: Anzeichen in der Schwangerschaft bei der Mutter

Die Symptome für Lippenherpes bei Erwachsenen bleiben gleich, ob eine Schwangerschaft besteht oder nicht. Es ist jedoch normal, dass Herpes durch die Schwangerschaft häufiger zum Ausbruch kommt. Die Ursachen können ein geschwächtes Immunsystem oder auch Hormonumstellungen sein.

Kommt es während der Schwangerschaft zum ersten Mal zu einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus, ist Vorsicht geboten. Da die Mutter noch nicht über Antikörper zur Bekämpfung der Infektion verfügt, verursacht diese zum einen größere Beschwerden; zum anderen fehlen aber auch dem Baby jegliche Antikörper, wodurch eine Ansteckung wahrscheinlicher und riskanter wird. Bei einem ersten Ausbruch mit Lippenherpes in der Schwangerschaft sollte also ein Arzt zurate gezogen werden.

Ähnlich verhält es sich bei einer Infektion mit Genitalherpes. Eine Infektion sollte aufgrund des Risikos für das Ungeborene unbedingt vermieden werden. Wenn um den Geburtszeitpunkt eine akute Infektion vorliegt, ist ärztliche Begleitung unerlässlich.

Vorbeugen in der Schwangerschaft: Herpes-Ansteckung verhindern

Nach einer Erstinfektion bleiben die Viren lebenslang im Körper. Im Fall einer Reaktivierung (eines erneuten Ausbruchs) ist Herpes in der Schwangerschaft kein Grund zur Besorgnis. Es ist die Erstinfektion, insbesondere mit Genitalherpes, die es zu verhindern gilt. Das können Sie vorbeugend tun, um Herpes bei Schwangerschaft zu vermeiden:

  • Immunsystem stärken: viel schlafen, Stress meiden, Anstrengungen reduzieren
  • ausgewogene Ernährung: auf Versorgung mit notwendigen Vitaminen etc. achten
  • bei Genitalherpes des Partners: Geschlechtsverkehr nur mit Kondom
  • bei akuter Infektion des Partners: Geschlechtsverkehr vollständig meiden
  • bei akuter Infektion mit Lippenherpes: separates Geschirr verwenden, nicht küssen etc.

Schwanger und Lippenherpes/Genitalherpes: Wie wird behandelt?

In der Regel kann Herpes der Lippen (HSV Typ 1) in der Schwangerschaft wie gewohnt behandelt werden. Vor der Anwendung von Pencivir in der sollte man Absprache mit einem Arzt halten, um möglichen Gefahren vor allem für das Kind vorzubeugen.

Ist eine Infektion mit Genitalherpes während der Schwangerschaft bekannt, wird meist mit antiviralen Medikamenten behandelt. Nur wenn es kurz vor der Geburt zu einem Ausbruch von Genitalherpes kommt, wird oft zu einem Kaiserschnitt geraten.

Wenden Sie sich bei Verdacht auf Herpes in der Schwangerschaft – sei es Lippenherpes oder Genitalherpes – im Zweifel immer an Ihren Arzt, um die größtmögliche Sicherheit für Ihr ungeborenes Baby zu schaffen.

*Bei diesem Artikel handelt es sich um allgemeine Erklärungen zur Vorbeugung von Herpeserkrankungen. Pencivir bei Lippenherpes und Pencivir bei Lippenherpes Hautfarben wurde ausschließlich zur Anwendung bei Lippenherpes entwickelt und kann damit nicht zur Behandlung von Genitalherpes genutzt werden. Pencivir bei Lippenherpes darf nicht von Personen unter 12 Jahren angewendet werden. Mehr Informationen sind unter Risiken & Nebenwirkungen verfügbar.

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