BABY – Infektionsgefahr nach der Geburt: Herpes bei Babys2019-05-14T13:36:01+02:00

Infektionsgefahr nach der Geburt: Herpes bei Babys

Neugeborene und Babys sind besonders anfällig für Infektionskrankheiten, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. So kann auch Herpes, der für Erwachsene in der Regel harmlos verläuft, den Kleinen besonders zusetzen und sogar lebensbedrohlich werden. Dabei stellen nicht nur die möglichen Folgeerkrankungen durch Herpes ein echtes Problem bei Babys dar. Auch lästige Symptome wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen erzeugen gerade bei der Patientengruppe der Säuglinge besonders großen Leidensdruck. Daher sollten Babys, bei denen Herpes am Mund oder an einem anderen Körperbereich ausbricht, sofort von einem Arzt mit einem entsprechenden Mittel behandelt werden.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Baby den Herpes-Virus in sich trägt, ist eine sofortige medizinische Behandlung nötig, damit es nicht zu ernsthaften Komplikationen oder Folgeschäden durch Herpes beim Säugling kommt. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Neugeborenes plötzlich kleine, juckende Bläschen, eventuell begleitet von geröteten Stellen, an den typischen Körperbereichen wie Mund, Lippen, Nase, Auge oder Ohr hat, ist eine Herpes-simplex-Infektion sehr wahrscheinlich. Nun heißt es: zügig handeln. Suchen Sie unmittelbar einen Kinderarzt auf (mehr Informationen zur Herpes bei Kleinkindern erhalten Sie hier).

Erste Anzeichen: Diesen Herpes-Symptomen sollten Mütter und Väter unbedingt Beachtung schenken

Eine Herpesinfektion bei Neugeborenen und Säuglingen kann nur dann schnell und richtig behandelt werden, wenn Sie diese als solche erkennen, weshalb Sie hier die wichtigsten Herpes-Symptome aufgelistet finden:

  • Bläschen, vor allem auf Schleimhäuten, an Augen und auf der Haut
  • Verweigerung von Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme aufgrund von Schmerzen am Mund oder Rachen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Fieber
  • Symptome einer Grippe, Benommenheit
  • Unbehagen
  • bei Neugeborenen ähneln die Symptome einer Herpesinfektion denen einer Vergiftung

Bei Säuglingen, die drei Monate oder jünger sind und die oben genannten Symptome einer Herpesinfektion zeigen, wird zu einem sofortigen Besuch beim Kinderarzt geraten, denn Folgeschäden und ernsthafte Komplikationen können nur verhindert werden, indem schnell gehandelt und eine wirksame Therapie eingeleitet wird.


Ist Herpes gefährlich für Babys und wie kann man sie schützen?

Herpesinfektionen bei Babys sind grundsätzlich sehr ernst zu nehmen und sollten in jedem Fall ärztlich untersucht und behandelt werden. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion mit dem Erreger und dem Auftreten erster Symptome, beträgt bei Kleinstkindern etwa eine Woche. Die ersten Anzeichen sind häufig Teilnahmslosigkeit und die Verweigerung von Nahrung und Flüssigkeiten. Achten Sie jedoch auch auf die Haut Ihres Kindes, denn in den meisten Fällen kommt es relativ bald zu den typischen Herpesbläschen bei Babys – allerdings kann eine Infektion und Erkrankung auch ohne dieses Leitsymptom auftreten, weshalb das bloße Ausbleiben der Bläschenbildung kein Ausschlusskriterium für eine Herpesinfektion darstellt. Es wird grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Krankheitsverläufen durch Herpes bei Babys unterschieden:

  • Erkrankungen der Haut, der Schleimhäute und der Augen (Bindehautentzündung, Risiko der Hornhautschädigung)
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Hirnhautentzündung/Herpes-Enzephalitis)
  • systemischer Befall, d. h. Ausbreitung im gesamten Körper (Blutvergiftung, Organversagen)

Während die Ausbreitung auf Haut und Augen dem Krankheitsverlauf bei Erwachsenen sehr ähnlich ist, stellt der Befall des zentralen Nervensystems eine Besonderheit bei Herpesinfektionen von Säuglingen dar. Hier zeigt sich die Erkrankung weniger durch Herpesbläschen, sondern vielmehr durch einen verschlechterten Allgemeinzustand mit Teilnahmslosigkeit, Krampfanfällen und in schlimmen Fällen durch Koma – die Folge können dauerhafte neurologische Schäden und Entwicklungsstörungen sein. In diesen Fällen droht Gefahr, sofern nicht zeitnah gehandelt wird. Der systemische Verlauf zeichnet sich dadurch aus, dass die Viren über das Blut sämtliche Organe des Babys infizieren können, wodurch es zu Organschäden bis hin zu Organausfällen kommt. Sollten Sie hierauf hindeutende Veränderungen bei Ihrem Kind feststellen, suchen Sie bitte sofort einen Kinderarzt auf.

Mit welchen Komplikationen durch Herpes simplex bei Säuglingen müssen Sie rechnen?

Kurz nach der Geburt, am Anfang ihres Lebens, sind kleine Babys ganz besonders schutzbedürftig, denn ein starkes Immunsystem müssen sie zunächst noch ausbilden. Deshalb können Viren für sie eine große Gefahr bedeuten, wohingegen Herpes für Erwachsene meist völlig ungefährlich ist. Bei Erwachsenen werden die Viren vom Immunsystem bekämpft, sodass die Infektion sich in den meisten Fällen auf ein Organ oder einen Körperbereich begrenzt, meistens auf die Haut. Bei Babys mit einem jungen, unreifen Immunsystem können die Krankheitserreger ganze Organe oder Organsysteme infizieren. Das Virus breitet sich im ganzen Körper aus und überträgt sich beispielsweise auch auf Herz, Leber, Nieren oder das Gehirn, wo es bleibende Schäden verursachen kann.

Eine gefährliche Komplikation, die durch die Herpes-simplex-Viren Typ 1 und Typ 2 (HSV-1 und HSV-2) ausgelöst werden kann, ist die Hirnhautentzündung oder Meningitis. Befallen die Herpes-simplex-Viren beim Baby hingegen die Augen, kann dies zu Sehschäden führen. Je nachdem, wo die Viren sich verbreiten, fallen die Folgeschäden unterschiedlich aus, doch in jedem Fall ist es wichtig, rechtzeitig mit einem Virostatikum, beispielsweise einer virostatischen Salbe oder Creme, der Virenvermehrung entgegenzuwirken. Für Erwachsene ausgewiesene Virostatika wie Pencivir dürfen bei Babys im Übrigen aufgrund der Altersbeschränkung nicht angewendet werden. Kinderärzt*innen beraten zur Medikation und verschreiben pädiatrische Medikamente.

So minimieren Sie das Ansteckungsrisiko bei Babys

Ebenso wichtig wie die richtige Therapie ist die optimale Prophylaxe nach der Schwangerschaft, sodass es im besten Fall gar nicht erst zu einer Herpes-simplex-Ansteckung Ihres Babys und zum Krankheitsausbruch kommt. Daher ist es ratsam, dass Personen, die das Herpes-simplex-Virus in sich tragen, folgende Dinge nach Möglichkeit beachten:

  • Vor der Geburt: bei Erkrankung der Mutter an Genitalherpes (Herpes genitalis) ist eine medikamentöse Behandlung durch Mediziner*innen* nötig, eventuell muss ein Kaiserschnitt in Betracht gezogen werden
  • Geschirr und Besteck nicht mit dem Baby gemeinsam nutzen, um die Übertragung des Lippenherpes von Vater oder Mutter auf das Kind zu unterbinden
  • Küssen des Babys während der Erkrankungsphase mit Fieberbläschen vermeiden
  • Schmierinfektionen für das Baby bei Bläschen an der Lippe ausschließen: den Schnuller nicht in den Mund nehmen, bevor der Säugling diesen bekommt
  • Bei Fieberblasen der Eltern: Handtücher nicht gemeinsam mit dem Säugling verwenden, um eine Herpesinfektion des Babys auszuschließen
  • Beim Stillen, Baden, Wickeln und Spielen einen Mundschutz verwenden, wenn aktuell infektiöse Bläschen vorhanden sind, um die Tröpfcheninfektion mit Herpes beim Neugeborenen zu verhindern

Prinzipiell ist stets darauf zu achten, dass Neugeborene nicht mit infektiösem Material in Berührung kommen. Eltern oder andere Aufsichtspersonen, die an Herpes labialis leiden, sollten einen Herpes-Ausbruch bei sich selbst sofort z.B. mit einer Penciclovir-Salbe behandeln, sodass das Ansteckungsrisiko des Lippenherpes für Babys möglichst schnell eingedämmt wird.

*Bei diesem Artikel handelt es sich um allgemeine Erklärungen zur Vorbeugung von Herpeserkrankungen. Pencivir bei Lippenherpes und Pencivir bei Lippenherpes Hautfarben wurde ausschließlich zur Anwendung bei Lippenherpes entwickelt und kann damit nicht zur Behandlung von Geniatlherpes genutzt werden.

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