Herpes: Inkubationszeit und Anfangsstadium

Wenn Sie schon einmal Lippenherpes hatten, gehören Sie zur Mehrheit: Mehr als 3 Milliarden Menschen weltweit sind mit dem hochansteckenden Virus infiziert, das dahintersteckt. (Quelle: Bull World Health Organ 2020;98:315–329) Herpesviren verbleiben ein Leben lang im Körper. Während einige Menschen regelmäßig von den unangenehmen Bläschen am Mund heimgesucht werden, bricht die Erkrankung bei vielen nur einmal direkt nach der Herpes-Inkubationszeit oder überhaupt nicht aus. Erfahren Sie hier, wie sich Lippenherpes im Anfangsstadium äußert, damit Sie ihn frühzeitig erkennen und behandeln können.

Achtung, Ansteckungsgefahr: So überträgt sich Lippenherpes

Es gibt verschiedene Herpesviren, die unterschiedliche Erkrankungen auslösen können. Für das, was wir als Lippenherpes oder auch Fieberblase kennen, sind Herpes-simplex-Viren verantwortlich. Dabei sind zwei Typen zu unterscheiden. Typ 1 ist der häufigste Verursacher von Lippenherpes. Aber auch Typ 2, der überwiegend Genitalherpes auslöst, kann verantwortlich sein.

Herpesviren sind hochansteckend. Sie übertragen sich durch Schmierinfektion, also zum Beispiel beim Küssen, Geschlechtsverkehr oder bei anderen Berührungen. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich, wenn zwei Personen nah beieinanderstehen oder beispielsweise dasselbe Glas benutzen. Ansteckungsgefahr besteht nur, wenn die bereits infizierte Person gerade Lippenherpes hat. Ist das Virus im „Ruhezustand“, brauchen Betroffene sich keine Sorgen zu machen.

Nach der Inkubationszeit bricht der Herpes bei Infizierten zum ersten Mal aus. Das Immunsystem bekämpft die Viren zwar. Sie ziehen sich daraufhin jedoch in die Zellkerne der Nervenfasern zurück und bleiben so lebenslang im Körper. Der Lippenherpes kann jederzeit erneut ausbrechen, vor allem aber, wenn Ihr Immunsystem ohnehin geschwächt ist. Bei manchen Menschen ist das mehrmals im Jahr der Fall, bei anderen hingegen gar nicht.

Inkubationszeit bei Herpes an der Lippe

Lippenherpes hat eine Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen. In manchen Fällen sind es aber auch einige Wochen. Anschließend können unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, ein Abgeschlagenheitsgefühl, Übelkeit oder Fieber entstehen. Erst danach fängt die Haut an, zu jucken oder zu brennen – die spezifischen kleinen Herpesbläschen entstehen.

Bei Babys und Kleinkindern können die Symptome heftiger ausfallen. Eine Infektion wird für sie schnell gefährlich. Gehen Sie deshalb mit Kindern bei Lippenherpes schon zu Beginn der Erkrankung zum Arzt. So lassen sich Komplikationen vermeiden. Bei Erwachsenen ist Lippenherpes ungefährlich und leicht behandelbar.

Primärinfektion mit Lippenherpes im Anfangsstadium

Eine Primärinfektion liegt vor, wenn nach der Inkubationszeit Ihr Lippenherpes zum ersten Mal auftritt. Die ersten Anzeichen sind meist stärker als bei einer Sekundärinfektion. Sie ähneln einer beginnenden Erkältung. Dort, wo sich die Herpesbläschen bilden, können Schmerzen auftreten. Die Haut wird rot und es entstehen kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Fieberblasen.

Betroffen sind meist die Lippen oder andere Stellen im Gesicht – bei Kindern häufig auch der Mundinnenraum. Zudem können sich die Bläschen an den Genitalien bilden. Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, falls sich Herpes im Frühstadium an den Augen zeigt. Dort sowie an inneren Organen und am Gehirn tritt Herpes zwar nur sehr selten auf, kann aber Komplikationen auslösen.

Reaktivierung von Lippenherpes: Frühstadium bei der Sekundärinfektion

Tritt die Erkrankung zum zweiten Mal auf, ist das Anfangsstadium beim Lippenherpes weniger stark ausgeprägt als bei der Primärinfektion. Viele Menschen spüren gar keine Anzeichen mehr. Sie bemerken den Herpes erst, wenn sich die Bläschen auf der Haut bzw. den Lippen bilden. Insgesamt sind die Symptome bei Sekundärinfektionen meist schwächer. Das Immunsystem kennt die Viren dann schon und kann sie schneller bekämpfen.


Bei diesem Artikel handelt es sich um allgemeine Erklärungen zu Herpeserkrankungen. Pencivir bei Lippenherpes und Pencivir bei Lippenherpes Hautfarben wurde ausschließlich zur Anwendung bei Lippenherpes entwickelt und kann daher nicht zur Behandlung von Genitalherpes genutzt werden.